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Nr. 84, 10.10.2015  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE 

Universität mit Zukunft

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hat nicht nur eine 350-jährige Geschichte, an die im Jahr 2015 ausgiebig erinnert wird. Sie hat auch eine Zukunft. Beim Zukunftskongress im November geht es um grundlegende Forschungsthemen der Zukunft und den Dialog darüber mit der Gesellschaft.


Die besondere Verantwortung der Wissenschaft hat die CAU bei ihren Planungen für die Zukunft immer im Blick. Foto: picture alliance

Forschung findet schon lange nicht mehr im sprichwörtlichen Elfenbeinturm statt. Doch trotz Scieneblog und Scienceslam, Night of the Profs oder Forschungswerkstatt mit Schülerinnen und Schülern verhallt der in un­zäh­ligen Forschungsprojekten erzielte Er­kennt­nis­gewinn oft ungehört. Die Universität stellt deshalb in ihrem Jubiläumsjahr die Frage, wie das Wissen der hier Forschenden und Studierenden besser in der Gesellschaft ankommt. Wie können zum Beispiel die Erkenntnisse über den Klimawandel, die Überfischung oder die Umweltverschmutzung zu einem veränderten Verhalten führen?

»Im Zeitalter des Anthropozän, in dem der Ein­fluss des Menschen auf die Umwelt ver­gleichbar stark oder stärker ist als natürliche Einflüsse, hat Wissenschaft eine besondere Verantwortung«, meint CAUPräsident Lutz Kipp. Die Universität Kiel stellt sich dieser Verantwortung. Unter anderem mit dem Zukunftskongress am 7. und 8. November im Kieler Landtag. Die Veranstaltung richtet sich ausdrücklich an die Öffent­lichkeit und beteiligt neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auch Vertreterinnen und Vertreter der Landespolitik sowie Fachleute aus dem Bereich Hochschul- und Bildungspolitik.

»An der CAU sind immer um die 850 Forschungsprojekte gleichzeitig in der Bearbeitung, dabei bewegen sich die Experten und Expertinnen häufig am aktuellen Puls globaler Forschung. Daher wird es sehr spannend, von ihnen zu hören, welche Themen sie bald auf der politischen Agenda sehen«, sagt Andrea Eickmeier, die Leiterin der Struktur- und Entwicklungsplanung an der CAU.

Auf dem Programm stehen unter anderem drei zweistündige Themenblöcke: die Medizin der Zukunft, der Ozean der Zukunft und die Geisteswissenschaften der Zukunft. Anhand von Beispielen stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die großen Fragen der Zukunft vor, die sie anschließend zusammen mit fachlich zuständigen Politikerinnen oder Politikern und mit den Gästen diskutieren. Den geisteswissenschaftlichen Part haben Vertreterinnen und Vertreter der Philosphischen und der Theologischen Fakultät unter die Überschrift »Nutzen des Nach­denkens« gestellt, wohl wissend, dass das Widerspruch hervorruft. Andrea Eickmeier berichtet: »Es geht dabei auch um die Frage, ob alles nützlich sein muss und welchen Nützlichkeitsbegriff wir überhaupt haben. Die fünf Professorinnen und Professoren werden miteinander ein intensives Streitgespräch führen und dann die Öffentlichkeit beteiligen.«

Die Abendveranstaltung im Foyer des Landtags ist für Gäste offen, die sich zuvor kostenlos angemeldet haben. Geboten wird eine Poster-Ausstellung und ein kurzer Vortrag von Professor Konrad Ott zum Thema »Anthropozän: die Welt von Menschen gemacht. Nachhaltigkeit als ethische Herausforderung«. »Wir stellen die ganze Vielfalt von Forschung dar und wollen viele Gespräche ermöglichen. Die anwesenden Wissenschaflterinnen, Wissenschaftler und Studie­renden stehen gerne Rede und Antwort«, betont Professor Kipp.

Am zweiten Kongresstag sind in der ersten Sitzung auch Studierende aktiv. Es geht um die Interaktion der Generationen, um neue Lernformen und um die Zukunftsfragen des Nachwuchses. In einer weiteren Sitzung wird die angewandte Forschung und deren wirtschaftliche Umsetzung am Beispiel von Nanomaterialien, Energie und Landwirtschaft thematisiert.

Die abschließende Podiumsdiskussion dreht sich noch einmal um Grundlegendes: um die Rolle der Universitäten und warum es für ein Land wie Schleswig-Holstein wichtig ist, eine Voll­universität wie die CAU zu haben, mit vielen Fächern, einem hohen Maß an Interdisziplinarität, mit der Freiheit von Forschung und Lehre, mit den frischen Ideen der Studierenden und Promo­vierenden. »Als Referenten hierfür haben wir den Berliner Bildungs­forscher Professor Heinz-Elmar Tenorth gewonnen«, so Andrea Eickmeier. »Er ist eine laute Stimme in der Diskussion darum, was das Besondere der Universitäten ist.«

Kerstin Nees

Zukunftskongress der Christian-Albrechts- Universität zu Kiel.
7. und 8. November, Landtag Schleswig-Holstein, Düstern brooker Weg 70.
Eintritt frei, Ausweis bereithalten.
Anmeldung (nur zum Abendprogramm 07.11.15, 18:30 Uhr notwendig)

E-Mail: zukunftskongress@email.uni-kiel.de
www.zukunftskongress.uni-kiel.de
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