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Nr. 92, 21.10.2017  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE 

»Super, um neue Kontakte zu knüpfen und die Sprache zu lernen!«

Durch persönlichen Austausch mit anderen die eigenen Sprach­kennt­nisse zu ver­bessern und gleichzeitig neue Menschen und Kulturen kennenzulernen, das ist die Idee des M.O.I.N.!-Projekts von Graduiertenzentrum und Stabsstelle Wissen­schaft­liche Weiterbildung.


Learning by doing: Beim gemütlichen Klönschnack auf der Wiese lässt sich unkompliziert eine Fremd­sprache lernen. Interessierte für Sprachtandems und -gruppen vermittelt die Stabsstelle Wissenschaftliche Weiterbildung. Foto: Bevis Nickel

Das Projekt M.O.I.N.! – Kiel Sprachtandem gibt es seit 2014. M.O.I.N.! steht hier für Meeting Other Interesting New People! Gemeint ist das Treffen von Menschen, die wie man selbst den Wunsch haben, eine Sprache zu lernen oder zu vertiefen. Das kann eine Doktorandin aus Frankreich sein, die ihr Deutsch verbessern möchte, oder ein deutscher Mitarbeiter im Studierendenservice, der mehr Routine beim Englischsprechen bekommen möchte. Die Ansprüche sind dabei mitunter sehr unterschiedlich. »Manche wollen intensiv eine Sprache lernen und suchen jemanden, der sich ebenso intensiv mit ihnen austauscht. Für sie ist das klassische Sprachtandem zu zweit ideal«, erklärt die Geschäftsführerin des Graduiertenzentrums Dr. Sabine Milde. Für andere kommt eher eine Gruppe für gemeinsame Aktivitäten in Frage, bei der man die Sprachpraxis quasi nebenbei erlernt.

»Es gibt ganz unterschiedliche Formate«, sagt Tanja Zehmke aus der Stabstelle Wissenschaftliche Weiterbildung. »Zum Beispiel trifft sich einmal im Monat eine international zusammengesetzte Gruppe zu einer Art Stammtisch und wechselt dann die Sprachen durch. Das heißt, sie sprechen eine halbe Stunde spanisch, dann französisch oder englisch und so weiter.« Tanja Zehmke selbst hatte eine Tandempartnerin für Französisch, der sie aber vor allem beim Deutschlernen geholfen hat. Und nicht nur das. »Wir sind zusammen ins Museum gegangen, haben Ausflüge in die Kieler Umgebung gemacht. Und ich habe ihr geholfen, eine neue Wohnung zu finden, Annoncen für Nachmieter zu schalten, den Stromanbieter zu wechseln und so weiter. Auch das verstehe ich unter der Philosophie des Sprachtandems, das Willkommenheißen und das Unterstützen neuer Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt.«

Egal ob in der Gruppe oder als Tandem, die Idee ist, dass alle von den regelmäßigen Treffen profitieren, indem sie ihre Deutsch-, Englisch- oder anderen Sprachkenntnisse verbessern. Doktorandinnen und Doktoranden oder Postdocs, die aus einem anderen Land nach Kiel gekommen sind, wird damit auch gleichzeitig das Ankommen in der neuen Heimat erleichert. Diese Erfahrung hat auch Ehsan Biniyaz gemacht. Der Doktorand am Geographischen Institut nimmt seit 2014 teil. »Das Projekt ist super für neue Doktoranden und Doktorandinnen, die schnell Kontakte knüpfen, sich austauschen und die Sprache lernen möchten.« Seine Gruppe bestehe jetzt leider nicht mehr, bedauert er, aber es gebe immer noch Kontakt untereinander.

»Natürlich kann man auch einen Sprachkurs an der Universität oder anderswo machen. Wir setzen mehr auf das Authentische, das Lernen einer Sprache, wie man seine Muttersprache als Kind lernt, durch Hören, Wiederholen und gegenseitiges Korrigieren, wenn etwas falsch war. Dabei gibt es keinen Prüfungs- oder Leistungscharakter«, erklärt Sabine Milde. Wenn keiner in der Runde Englisch als Muttersprache habe, sei eventuell das Englisch grammatikalisch nicht immer korrekt. Aber das regelmäßige Sprechen helfe auf jeden Fall, die Hemmschwelle zu überwinden – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Selbstsprechen. Und im Schriftverkehr ist der Erfolg unübersehbar. »Die E-Mails von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden schnell viel besser, so dass ich dann auf Anhieb verstehe, was sie mir sagen wollen, während ich mir das vorher mühsam erschließen musste.«

Mehr als 120 Personen haben sich mittlerweile für das Projekt registriert. Es ist offen für alle Uni­versitätsangestellten, Postdocs sowie Doktorandinnen und Doktoranden. Interessierte können sich per Mail bei der Stabsstelle Wissenschaftliche Weiterbildung anmelden. »Vier- bis fünfmal im Jahr laden wir zu Meetings ein, bei denen sich die Interessierten und bereits Teilnehmende beschnuppern und zueinander finden können«, sagt Zehmke.

Kerstin Nees

www.weiterbildung.uni-kiel.de/de/hsp-gesamt/fremdsprachkompetenz

Kontakt und Anmeldung: Julie Burmeister, hiwi-tandem@uv.uni-kiel.de, Telefon: 0431/880-6518

Das nächste Treffen für Interessierte und Teilnehmende am Projekt Sprachtandem ist am 9. November, 15:00 Uhr. Es steht unter dem Motto »Lichterfeste im Herbst« und informiert über Traditionen wie Halloween, Martinstag und Laternenumzug.
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