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Nr. 92, 21.10.2017  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE 

Gut gründen

Wer eine starke Geschäftsidee hat, aber nicht weiß, wie man diese umsetzt, findet Hilfe bei Dr. Anke Rasmus. Sie leitet das Zentrum für Entrepreneurship an der Kieler Uni und macht dort aus Gründungsgeist funktionierende Unternehmen.


Wie erstellt man einen Business-Plan, der Investoren überzeugt? Diese und andere Fragen von jungen Gründerinnen und Gründern werden an der Kieler Uni beantwortet. Foto: unsplash

Viele Studierende träumen von etwas anderem als einem Angestelltenverhältnis und haben kreative Ideen für die Selbstständigkeit. Aber mit der Idee allein kommen sie nicht weit. Viele Fragen tun sich ihnen auf: Woher bekommt man das Startkapital? Und wie findet man Kundschaft, die das Produkt oder die Dienstleistung kaufen wollen? Die schiere Menge an Ungewissheiten und bürokratischen Fallstricken hindert viele Menschen an der Umsetzung ihres Plans. An der Uni Kiel bietet Dr. Anke Rasmus, die Leiterin des Zentrums für Entrepreneurship (ZfE), professionelle Unterstützung für Start-ups an. »Vom Bachelorstudenten bis zur fast emeritierten Professorin sind wir die ersten Ansprechpartner und Anlaufpunkt.«

In Beratungsgesprächen helfen Rasmus und ihre Kollegin Gabriele Buda, das Geschäftsmodell zu festigen. Ihr großes Netzwerk an Partnerinnen und Partnern wie der Industrie- und Handelskammer zu Kiel sowie der Inves­titionsbank Schleswig-Holstein und privaten Investorinnen und Investoren hilft beispielsweise bei Stipendien, Förderungen und Startkapital.

Bundesweit beobachten die Expertinnen vom ZfE den Trend, dass weniger Unternehmen neu gegründet werden. An der Kieler Uni ist das anders. Außerdem kommen Notgründungen, also Verlegenheitsselbstständigkeit, um der Arbeitslosigkeit zu entgehen, kaum vor. »Wer zu uns kommt, ist unglaublich motiviert, die eigene Idee umzusetzen und tut das in der Regel trotz bester Jobaussichten. Diese Menschen haben so viel Power, es ist großartig, sie begleiten zu können.«

Auch in der Wirtschaft wird dies bereits wahrgenommen. So kommen zunehmend Unternehmen auf das ZfE zu und versuchen, die schlauen und motivierten Studierenden für Projekte anzuwerben. Oft wollen diese Unternehmen herauszufinden, welche Geschäftsmodelle in Zukunft funktio­nieren. Entsprechende Ideen entwickeln dann die Studierenden.

Die beliebteste Publikumsveranstaltung ist indes der »start-up friday«. In jedem Semester bietet die Veranstaltungsreihe Studierenden der Kieler Hochschulen und anderen Interessierten aus Stadt und Land die Möglichkeit, Expertinnen und Experten zu Hürden und Chancen des eigenen Gründungsprojekts zu befragen. Denn wie erstellt man eigentlich eine Präsentation, die einen Investor überzeugt? Wie schützt man die eigene Idee und Marke vor Diebstahl?

Das ZfE hat zu all diesen Fragen passende Antworten und Fachleute. »Der start-up friday ist wirklich für alle da. Egal, ob sie am Ende eine GmbH gründen, Freiberufler oder Einzelkauffrau werden.« Die Veranstaltungsreihe läuft seit dem Wintersemester 2014/15 und ist inzwischen zu einer festen Größe geworden. Pro Termin kommen zwischen 20 und 40 Interessierte – so viele, dass die Reihe seit den Anfängen im kleinen Seminarraum inzwischen in einen Hörsaal des Audimax umziehen musste, um auch Kurzentschlossenen die Teilnahme zu ermöglichen.

Auch Dr. Anke Rasmus selbst verströmt diesen enthusiastischen Gründergeist, bei dem die Ideen geradezu am Fließband herauskommen, ein Austausch mit Unternehmen im Silicon Valley zum Beispiel oder eine Ringvorlesung für und über Unternehmerinnen. Gerade hat sie zusammen mit zwölf weiteren Hochschulpartnerinnen und -partnern den Verein »StartUp SH« gegründet. »Schleswig-Holstein soll noch mehr als bisher ein attraktiver Standort für Unternehmensgründerinnen und -gründer werden«, fasst die Vereinsvorsitzende zusammen.

Und was kommt als nächstes? Im Frühjahr 2018 plant sie, an der Uni Kiel einen Inkubator für zukünftige Unternehmerinnen und Unternehmer zu eröffnen. Oder wie Rasmus sagt: »Eine Art Gewächshaus für Ideen. Wenn sie dann groß genug sind, um eigene Räume beziehen zu können, werden sie ausgepflanzt.« In der Halle der ehemaligen Uni-Druckerei sollen bis zu zehn Teams Raum erhalten, um an ihren Gründungsideen zu feilen und marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. »Das wird das Herzstück der CAU-Gründungsunterstützung«, beschreibt sie: »Ein Ort, wo man Gründern beim Gründen zugucken kann.« Gute Gründe also, die eigene Idee endlich umzusetzen.
Sebastian Maas

www.zfe.uni-kiel.de
www.facebook.com/zfekiel

Gründungen sind keineswegs nur den Natur- und Technikwissenschaften vorbehalten. Mithilfe des ZfE wurden in den vergangenen Jahren ganz unterschiedliche Firmen aus der Taufe gehoben: Von E-Commerce-Angeboten für Mode über urbanes Gartenzubehör, Saatgut und Schneckenschutz bis hin zu verschiedensten High-Tech-Softwareprodukten und freiberuflichen Beratungsfirmen. (sma)
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