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Nr. 93, 27.01.2018  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE 

Fundament für die Schulentwicklung

Für guten Unterricht braucht es nicht nur gute Lehrerinnen und Lehrer. Ent­schei­dend ist auch die Schulleitung. Seit zehn Jahren qualifiziert ein berufs­beglei­tender Masterstudiengang das Führungspersonal für Schulen und Bildungs­einrichtungen.


Der Studiengang »Schulmanagement und Qualitätsentwicklung« hat sich für die Universität Kiel und das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) zum Erfolgsmodell entwickelt. »Wir hatten im Wintersemester einen Rekord bei den Anmeldungen. Diesmal sind 50 Erstsemester dabei«, sagt Professor Jens Möller, der Direktor des Zentrums für Lehrerbildung an der CAU. Zusammen mit Dr. Michaela Köller, Institut für Pädagogisch-Psychologische Lehr- und Lernforschung der CAU, und IQSH-Direktor Dr. Thomas Riecke-Baulecke leitet er den Studiengang. Seit der Einführung im Jahr 2007 haben sich 671 Lehrkräfte und andere Interessierte für das Studium eingeschrieben.

Heike Schütz-Malinowski ist eine davon, wenn auch kein typischer Fall. »Ich war an einer deutschen Auslandsschule Konrektorin und Verwaltungsleiterin. Das war nach 18 Jahren die Endstation, die ich an dieser Schule erreichen konnte. Mein Ziel war aber immer, Schulleiterin zu werden, und das ging an dieser Schule in Amerika nicht, da die Stelle mit einem Amerikaner besetzt bleiben sollte. «

Erfolgreiche Karriere als schulische Führungskraft dank Masterstudiengang: Im Verlauf oder nach Abschluss des Studiums haben 58 Prozent eine Leitungsfunktion. 22 Prozent waren bereits zu Studienbeginng in leitender Position. © pur.pur

Innerhalb der USA umzusiedeln, war keine Option für die studierte Realschullehrerin. Daher entschied sich die damals 57-Jährige für das Weiterbildungsstudium und die Perspektive, in Deutschland eine Schule zu leiten. »Ich habe es nur gemacht, weil es hieß, man kann es berufsbegleitend machen und aus dem Ausland komplett online studieren, ohne dafür nach Deutschland zu reisen.“ Das war auch alles möglich, erwies sich in der Praxis allerdings schwieriger als ursprünglich gedacht. Ein Problem war die Zeitverschiebung. »Die online-Zeit, in der man parat stehen musste, lag in meiner Arbeitsszeit. Ich habe mir dafür in meinen Stundenplan freie Zeit eingebaut. Und dann kam das zweite Modul mitten im Schuljahr mit einer ganz anderen Zeit und einem anderen Tag. Das passte natürlich nicht mehr.«

Von den Präsenzveranstaltungen war Heike Schütz-Malinowski als eine von bisher 64 Auslands­studierenden ausgenommen. Ungeachtet dieser Belastung blieb sie dabei, machte ihren Master und ist seit August 2017 Rektorin der Bürgerschule Glückstadt. An der Arbeit als Grundschulleiterin schätzt sie die Gestaltungsmöglichkeiten. »Ich habe die Möglichkeit, die Schule weiterzuentwicklen und Dinge zu verbessern. Das finde ich reizvoll. Finanziell lohnt sich das allerdings nicht.« Trotzdem bezeichnet sie es als »die beste Entscheidung, die ich je gefällt habe.«

Studienrat Thorsten Meyer vom Regionalen Berufsbildungszentrum (RBZ) Wirtschaft in Kiel ist ebenfalls Absolvent des Schulmanagment-Masters. Motivation für den Mathelehrer war, »die Perspektive für eine Führungsposition in der Schule«. Das Studium habe ihm aber auch gezeigt, was alles dazugehört, wenn man eine Schule leitet. »Der Mehraufwand und die größere Verantwortung stehen in keinem Verhältnis zu dem, was man verdient«, sagt Meyer, der nach eigener Aussage sehr gern Lehrer ist. Prinzipiell reize es ihn schon, Entwicklungen an der Schule zu initiieren oder Personal zu führen. »Man muss aber auch die Zeit dafür bekommen. Das finde ich ganz wichtig.«

Unabhängig von einer Leitungsposition habe er von dem Studium profitiert, zum Beispiel was das Zeitmanagement angeht. »Ich fand alle Module gut und das Studium insgesamt sehr gut strukturiert. Das E-Learning hat es einem ermöglicht, zu Hause intensiv zu lernen. Aber es war auch eine sehr hohe Belastung neben der Arbeit.«

Ambitionierte, innovationsfreudige Lehrkräfte sowie Schulleitungen sind die Zielgruppe des Studien­gangs. »Das wissen wir aus allen Befragungen unserer Studierenden«, betont Michaela Köller. Und Thomas Riecke-Baulecke ergänzt: »Diejenigen, die bei uns studieren, erhalten ein hochwertiges Quali­fi­zierungsangebot, aber es wird auch ein ziemlicher Einsatz gefordert. «

Kerstin Nees
Qualifizierung in vier Semestern
Die Universität Kiel und das IQSH bieten seit 2007 den berufsbegleitenden Weiterbildungs­studiengang »Schulmanagement und Qualitätsentwicklung« mit dem Abschluss Master of Arts an. Kooperations­part­ner sind der Weltverband Deutscher Auslandsschulen, der Cornelsen Verlag sowie die Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Das Studium dauert vier Semester und umfasst folgende sieben Module sowie zwei fünftägige Praktika und eine Masterarbeit:
•  Organisation managen – Schule leiten
•  Qualität sichern und entwickeln
•  Diagnostizieren und evaluieren
•  Aus Vergleichsstudien lernen
•  Unterricht weiterentwickeln und beurteilen
•  Personal führen
•  Professionell kommunizieren

Die Inhalte werden in Studienbriefen, Online-Seminaren und Präsenzveranstaltungen vermittelt. Die Studien­gebühren betragen 670 Euro pro Semester plus Semesterbeitrag. Die Bewerbungsfrist für das Sommer­semester 2018 endet am 15. Februar.
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