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Nr. 93, 27.01.2018  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE 

Verbunden in allen Lebenslagen

Lange war Alumni-Arbeit an den Hochschulen kaum mehr als akademische Kamerad­schaftspflege. Inzwischen ist daraus ein wichtiges Stück Universitätspolitik gewor­den. Mit an der Spitze der Bewegung steht die Uni Kiel.


Keine Models, sondern echte ehemalige Uni-Angehörige sind auf den Fotos zu sehen, mit denen die Uni Kiel für die Alumni-Idee wirbt. Foto: Bevis Nickel

Alumni, das sind Frauen oder Männer, die in einer Hochschule groß geworden sind. Die Uni Kiel schließt darin nicht nur die Studierenden ein, sondern auch Gäste, Beschäftigte und andere Gruppen, die einen Teil ihres Weges an und mit ihr gegangen sind. Schade wäre es für alle Beteiligten, wenn sich die Wege dieser Ehemaligen für immer zerstreuen würden. Das meint jedenfalls Mareike Mika, die vor gut zwei Jahren nach Kiel kam, als die Christian-Albrechts-Universität den Umgang mit ihren Alumni auf eine neue Basis stellte.

Im Kern kreist diese Arbeit um eine einzige Frage, sagt Mareike Mika: »Wie kann man die Menschen nutzbringend vernetzen?« Im Gegensatz zum Verein »Alumni und Freunde der CAU«, der vor allem Projekte fördert, widmet sich das direkt im Uni-Präsidium angesiedelte Alumni-Management fast ausschließlich dem Aufbau und der Pflege von Beziehungen.

»Alle, die hier studiert oder gearbeitet haben, berichten von ihren Erfahrungen, egal wo sie beruflich gelandet sind«, betont Mika. Die Pflege der Beziehungen zu den Alumni ist für die betriebswirtschaftlich beschlagene Kulturwissenschaftlerin auch ein Stück weit Uni-Marketing. Doch dabei bleibt es nicht. Wirklich Früchte trägt das Alumni-Management nach der in Kiel gepflegten Philosophie erst dann, wenn alle Beteiligten etwas davon haben.

Beispielhaft und sehr erfolgreich funktioniert das in der Zusammenarbeit mit dem Career Center der Uni Kiel. In den »Alumni Career Talks« erzählen regelmäßig Ehemalige, die seit mindestens zehn Jahren weg von der Uni und in Führungspositionen angekommen sind, aus ihrem Berufsleben. Ähnlich wie in den etwas weniger formellen »CAU Business Coffee Breaks« kommen dabei Ehemalige mit Studierenden in Kontakt, sind die Grenzen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, zwischen sympathisch und nützlich, relativ fließend. Networking heißt das heutzutage, vom Praktikumsplatz über eine neue Geschäftsbeziehung bis zum Forschungsprojekt oder einem einfach netten privaten Kontakt kann dabei alles herauskommen.

Eine zunehmend wichtige Rolle beim Networking spielen Social Media. Über Plattformen wie Xing und LinkedIn erreicht die Uni Kiel mittlerweile mehr als 26.000 Ehemalige, die aktiv mit dem Geschehen an ihrer einstigen Wirkungsstätte verbunden sind. Regelmäßige Newsletter, ein Blog, Beiträge auf Instagram und andere Aktivitäten auf der Social-Media-Klaviatur tun ein Übriges, um das Band zur Uni Kiel zu festigen.

Anerkennung findet diese professionelle Herangehensweise auch in der Fachwelt. Der Verband der Alumni-Organisationen an Hochschulen zeichnete die Uni Kiel für ihr Social-Media-Engagement mit einem Best-Practice-Preis aus. Noch wichtiger ist für Mareike Mika aber die Wirkung vor Ort. Als jüngst für eine Fotokampagne zur Alumni-Arbeit echte Alumni gesucht wurden, kamen mehrere hundert Bewerbungen, von denen naturgemäß nur wenige berücksichtigt werden konnten. Die ehemaligen und aktuellen Uni-Angehörigen, die sich dabei begegneten, haben dann nicht selten mehr daraus gemacht, berichtet Mika: »Da haben sich gleich neue Freundschaften ergeben oder gemeinsame Interessen, aus denen etwas wachsen könnte.«

Martin Geist

www.alumni.uni-kiel.de
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