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Nr. 93, 27.01.2018  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE 

Gefragter Mix aus Technik und Wirtschaft

Ein neuer Studiengang an der Technischen Fakultät verbindet Material­wissen­schaften und BWL – und kommt so neuen Anforderungen an den Beruf von Ingeni­eurinnen und Ingenieuren nach.


Hoher Praxisanteil: Im Labor für zerstörende Werkstoffprüfung an der Technischen Fakultät testen Studierende die Eigenschaften von Materialien. Foto: Julia Siekmann

Bei Flugzeugen zählt jedes Kilo. Besonders leichte Materialien wie kohlenfaserverstärkte Kunststoffe könnten enorme Mengen an Kerosin sparen. »Aber die Herstellung ist noch zu aufwändig und zu teuer«, weiß Simon, der im dritten Semester den Bache­lor­studiengang »Wirtschaftsingenieurwesen Material­wis­sen­schaft« studiert. Der 22-Jährige kann sich gut vorstellen, nach dem Abschluss bei einem Flug­zeug­hersteller zu arbeiten. Auch Kommilitonin Dajana zieht es in Unternehmen: »Dort ist es besonders wichtig, den Aufwand von Forschungsprojekten zu berücksichtigen. Deswegen kam es mir beim Stu­dium auf einen Mix aus Technik und Wirtschaft an.«

Der Kieler Studiengang gehört zu den ersten in Deutsch­land, die materialwissenschaftliche und betriebs­wirtschaftliche Inhalte verbinden. Neben technischen Grundlagen stehen also auch Betriebswirtschaftslehre (BWL), Marketing, Qualitäts- oder Projektmanagement auf dem Stundenplan.

»Ein Physik- oder Chemieprofil in der Schule gehabt zu haben, ist von Vorteil«, rät Dajana Interessier­ten. Für Luis, der früher an einer Fachhochschule studiert hat, zählt besonders die Praxisorientierung. In Laborpraktika testen die Studierenden zum Beispiel, wie sich Materialien verhalten, wenn sie gestaucht werden, oder sie untersuchen Metalle per Ultraschall auf Risse, die mit bloßem Auge nicht zu sehen sind. Feste Bestandteile des Studiums sind außerdem ein Praxissemester und die Erstellung der Bachelorarbeit in Kooperation mit einem Unternehmen.

In dem zum Wintersemester 2016 eingeführten Studiengang arbeiten die Institute für Material­wissen­schaft, Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre eng zusammen. »Die Entwicklung neuer Materialien und Verfahren ist meist mit hohen Kosten verbunden. Ingenieurinnen und Ingenieure müssen daher auch die ökonomischen Konsequenzen ihrer Entscheidungen bedenken«, sagt Birgit Friedl, Professorin für Controlling an der CAU. »Die Industrie hat ein großes Interesse an solchen Fachkräften für Leitungspositionen«, so Jeffrey McCord, Professor am Institut für Materialwissenschaft. »Diese Kombination kann auch spannend sein, um sich selbstständig zu machen.«

Julia Siekmann
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