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Nr. 98, 30.03.2019  voriger  Übersicht  Übersicht  REIHEN  SUCHE 

Uni im Bau

In den nächsten fünf bis zehn Jahren werden fast eine halbe Milliarde Euro in die bauliche Neugestaltung des Uni-Campus investiert. Unter dem Motto Kiel.Science.City planen die Uni Kiel, die Landeshauptstadt und das Land Schleswig-Holstein gemeinsam einen innovativen und international wettbewerbsfähigen Hoch­schulstandort der Zukunft.


Claudia Ricarda Meyer, Kanzlerin der CAU, und Dr. Uwe Pfründer, Leiter des Gebäudemanagements. © Haacks

Die großen Baumaßnahmen auf dem Campus nehmen Gestalt an. Allein in den vergangenen zwei Jahren wurden auf dem Campus drei Grundsteinlegungen und zwei Richtfeste gefeiert, in diesem Jahr folgen weitere. Erste Inbetriebnahmen sind für den Spätherbst geplant. »Verglichen mit den Jahrzehnten des baulichen Stillstands, die diese Universität überstehen musste, ist das Tempo enorm. Es macht Spaß, unsere Gebäude wachsen zu sehen«, betont Uni-Kanzlerin Claudia Ricarda Meyer.

Der Bauboom ist mehr als notwendig. Die bauliche Infrastruktur der Landesuniversität ist in die Jahre gekommen. Seien es die marode Gebäudesubstanz oder die fehlende Barrierefreiheit in den alten Gebäuden. 75 Prozent der Campus-Gebäude sind älter als 35 Jahre. Wie viele andere Universitäten muss auch die CAU sich mit Gebäuden aus den 1960er bis 1980er Jahren befassen. In diesen Jahrzehnten wurde nicht besonders nachhaltig gebaut. Vielmehr standen Funktionalität und die Errichtung von Gebäuden für schnell wachsende Universitäten im Vordergrund.

In den darauffolgenden Jahren wurde zu wenig investiert, um den Gebäudebestand zu erhalten, weiß Dr. Uwe Pfründer, Leiter des Gebäudemanagements an der CAU: »Es bröckelt an allen Ecken und Kanten. Aber wir bauen – endlich! Nach einem gemeinsamen Kraftakt mit dem Land gleichen wir jetzt die früheren finanziellen Versäumnisse aus und können nach und nach eine funktionierende Infrastruktur für Forschende, Studierende und Beschäftigte aufbauen und verbessern.«

Die Dringlichkeit einer Runderneuerung des Campus wurde besonders deutlich, als im Herbst 2014 ein Statikgutachten die Fassaden der sogenannten Anger-Bauten als besonders baufällig einstufte und die Schließung der Gebäude ab Windstärke 10 gebot. Seitdem ist auf dem Campus viel passiert. Für die betroffenen Gebäude wurden Ersatzbauten geplant, von denen sich bereits drei in der konkreten Umsetzung befinden: Der Neubau für das Geographische Institut soll im Mai Richtfest feiern. Für den gemeinsamen Neubau der Tierhaltung und des Physiologischen Instituts ist die Baugrube ausgehoben und auch das Baufeld für das Institut für Geowissenschaften wartet bereits auf die Bagger.

Das Mathematische Seminar sowie die auf dem Anger-Gelände angesiedelten Agrarwissenschaftlichen Institute bekommen ebenfalls neue Forschungs- und Lehrgebäude. Diese werden im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) finanziert, gebaut und für die nächsten 25 Jahre betrieben. Danach wird das Gebäude von der Universität weiterbetrieben. Das Vergabeverfahren für den Generalplaner für den Neubau Mathematik steht kurz vor dem Abschluss. Mit dem Baubeginn wird noch Ende dieses Jahres gerechnet.

Auch der untere Campusbereich entlang der Leibnizstraße/Olshausenstraße kann sich sehen lassen. Das Juridicum, der Neubau für die Rechtswissenschaftliche Fakultät, wird Ende des Jahres in Betrieb genommen. In den nächsten Wochen beginnen parallel dazu die Bauarbeiten für das Verbindungsstück zwischen diesem Neubau und den bestehenden Fakultätenblöcken. Die »Brücke«, so der Arbeitstitel, wird zukünftig die hier ansässigen Fachbibliotheken zu einem gemeinsamen, modernen Bibliotheksverbund räumlich zusammenfassen. Hier entstehen unter anderem dringend notwendige studentische Arbeitsplätze.

Mit dem Bezug des Juridicums und der Fertigstellung der Brücke beginnt im Sommer 2020 endlich die nachhaltige Sanierung der Fakultätenblöcke. Für den Gebäudekomplex Olshausenstraße 75, ehemals Erziehungswissenschaftliche Fakultät (EWF), stehen ab 2020 ebenfalls umfangreiche Sanierungs­arbeiten an.

»Und danach ist noch lange nicht Schluss. Die nächsten Gebäude, wie die Pharmazeutische Biologie, das Biologiezentrum und das Physikzentrum in der Leibnizstraße müssen ebenfalls dringend saniert werden«, erklärt Meyer. »Gemeinsam mit der Stadt und dem Land erarbeiten wir deshalb seit zwei Jahren städtebauliche Rahmenpläne für einzelne Campusbereiche, wie beispielsweise für das Anger-Gelände, für die Technische Fakultät oder – ganz aktuell – für den Bereich Bremerskamp«, so Meyer weiter. Diese fließen in das übergreifende Konzept Kiel.Science.City ein, das eine Verbindung der verschiedenen Hochschulquartiere in der Stadt schaffen soll. Ziel sei es, ein ambitioniertes Campus-Stadt-Bauentwicklungsprogramm gemeinsam zu planen, umzusetzen und mit Leben zu füllen.

Dr. Anja Franke-Schwenk
Zahlen und Fakten
Bauvolumen (inkl. Medizin-Campus): ca. 450 Millionen Euro
Bauzeitraum für die großen Baumaßnahmen: 2016 bis 2028
Nutzfläche der CAU gesamt: ca. 239.000 m2
Gebäude der CAU gesamt: mehr als 200
Alter des Gebäudebestands: 75 Prozent sind älter als 35 Jahre
Juridicum und Fakultätenblöcke

© Uni Kiel

Mit dem Neubau des Juridicums entsteht für rund 33 Millionen Euro ein modernes Lehr-, Forschungs- und Verwaltungsgebäude für die Rechtswissen­schaft­liche Fakultät. Der Neubau ist zugleich der Auftakt für die klimaneutrale Sanierung der Fakultätenblöcke.
Bis 2028 werden die vier Blöcke abschnittsweise modernisiert. Im Vordergrund steht die Schaffung zeitgemäßer Lehr-, Lern- und Arbeitswelten bei gleich­zeitiger Verwirklichung der CAU-Ziele im nach­haltigen Bauen.
Neubau Geographie

© bbp. architekten bda

Als erster Neubau auf dem Anger entsteht bis Mitte 2020 ein fünfstöckiges Gebäude für das Geo­graphische Seminar und Lehrräume für die Infor­matik.
Auf zwei Etagen bietet der Neubau moderne Lehr- und Lernflächen, inklusive eines studentischen Co­working Spaces. Im Untergeschoss werden Räume für die Datensicherung des Rechenzentrums ge­schaffen. Insgesamt sind für den Bau 17 Millio­nen Euro veranschlagt.
Neubau Geowissenschaften mit Geotechnikum

© Nickl & Partner

Das neue Gebäude für das Institut für Geowis­sen­schaften wird ein markanter Blickfang auf dem Cam­pus und entlang der Olshausenstraße weithin sichtbar sein. In den nächsten Jahren entsteht hier ein hochmodernes Forschungs- und Lehrgebäude, dass sowohl organisch und anorganisch arbeitende Forschungsbereiche als auch schwingungs­verur­sachende Gesteinspräparationen und Bereiche mit empfindlichen Forschungsgeräten beherbergen wird. Ergänzt wird das Gebäude durch ein zwei­geschossiges Geotechnikum als Experimentierfläche. Baubeginn für beide Gebäude ist März 2019. Rund 69 Millionen Euro sind dafür bis zur zeitgleichen Fertigstellung Ende 2022 eingeplant.
Hensen-Höber-Haus

© doranth post architekten

Mit dem Hensen-Höber-Haus erhalten Tierhaltung und Physiologisches Institut ein gemeinsames hoch­modernes und komplexes Forschungs­gebäu­de für insgesamt 49 Millionen Euro.
Laborflächen und studentische Praktikumsräume werden zu­sam­mengeführt und die Haltungs­beding­ungen für die Versuchstiere gemäß EU-Richtlinien weiter verbessert.
Der Bau soll bis 2023 fertiggestellt sein.

 

Quinke-Forschungsneubau Medizin-Campus

© Haacks

Bereits Ende 2019 wird der neue Medizin-Campus der CAU mit dem Bezug des ersten Forschungs­neubaus seinen Betrieb aufnehmen.Das flexibel nutzbare Laborgebäude wurde für rund 28 Millionen Euro seit 2016 errichtet.
Als nächstes folgen zwei weitere Forschungs­neu­bauten bis 2024. Vervollständigt wird der neue Cam­pus bis 2026 mit dem Umbau des Gebäudes der 1. Medizin und einem Hörsaalanbau zu einem Gebäude der Lehre, Weiterbildung und der Fakul­tätsverwaltung.

 

Neubauten für Mathematik
und die Agrarwissenschaftlichen Institute
Das Mathematische Seminar wird am Heinrich-Hecht-Platz einen Neubau inklusive Bibliotheksflächen für circa 14 Millionen Euro erhalten. Gebaut wird von 2019 bis 2021. Für einen Teil der Agrarwissenschaften wird ein hochmodernes Laborgebäude entstehen, das auch Büroflächen des Rechenzentrums beherbergt. Baubeginn ist voraussichtlich 2020. Rund 20 Millionen Euro sind bis zur Fertigstellung 2022 dafür geplant.
Mobiler Campus

© Bevis Photo

Zeitgemäße Mobilitätsformen wie ein attraktives und gut ausgebautes Radverkehrssystem, Elektro­mobilität, integrierte Modelle des autonomen, öf­fent­lichen Nahverkehrs, ein attraktiver ÖPNV mit einer Stadtbahn und Bike- sowie Carsharing-Sys­teme gehören zu einem modernen Campus dazu. »Nicht nur zur Technischen Fakultät, sondern auch zu den anderen Wissenschaftsstandorten am Ostufer, wie dem Geomar oder der Fachhoch­schule, muss die Verbindung optimiert werden.

»Da stehen wir vor einer gemeinsamen Heraus­forderung«, sagt Dr. Uwe Pfründer, Leiter des Gebäudemanagements an der CAU. In dem 2016 verabschiedeten Mobilitätskonzept der CAU wurde bereits festgelegt, dass der Radverkehr gestärkt und Parken zukünftig in sogenannte Mobility Hubs an die Außenränder der verschiedenen Campusbereiche verlegt werden soll.

»Hier tut sich einiges. In den vergangenen Wochen haben wir mehr Fahrradstellplätze geschaffen. Im Frühjahr folgen noch überdachte Radstellplätze überall auf dem Campus«, kündigt Pfründer an. Über den Fuhrpark der Universität könnten Unimitglieder außerdem Lastenräder und Elektrofahrräder leihen, und die ersten Elektroautos für den Fuhrpark der CAU seien auch schon ausgeliefert.

Anfang kommenden Jahres ist dann der Baubeginn für die neue Parkpalette auf dem jetzigen Park­platz hinter der Mensa 1 geplant, die auch über Elektroladesäulen verfügen wird. Daneben wird derzeit im Laurispark ein großer Parkplatz mit 250 Stellplätzen gebaut. Und auch für den unteren Campus entlang der Leibnizstraße/Bremerskamp ist für zukünftige Entwicklungen ein Parkhaus mitgedacht.
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